Manchmal steckt ein organischer Defekt hinter der Unfruchtbarkeit, häufig lässt sich aber weder beim Mann noch bei der Frau schulmedizinisch eine klare Ursache entdecken. Manche Betroffene könnten von Akupunktur und chinesischen Heilkräutern profitieren, so Birgit Seyboldt-Kellner, Gynäkologin am Klinikum München-Neuperlach. Am internationalen Kongress für Traditionelle Chinesische Medizin, der derzeit in Wien statt findet, berichtet sie über ihre Erfahrungen mit diesen Methoden.
„Die Therapie erfolgt individuell. Sie kann allein oder begleitend zu einer künstlichen Befruchtung (IVF, Anm.) angewandt werden“, so die Ärztin. Zum zweiten Einsatzgebiet gibt es bereits eine Studie: Bei einer IVF mit Akupunktur lag die Schwangerschaftsrate bei 44 Prozent, in der Kontrollgruppe nur bei 33 Prozent.
Bei der Kräutertherapie werden Mixturen aus bis zu zwölf verschiedenen Sorten verabreicht. „Oft wenden wir beide Behandlungen an, manchmal nur eine – je nachdem, welche der beiden vom Patienten besser vertragen wird.“
Vorbereitung
Zu Beginn steht aber immer eine schulmedizinische Untersuchung des Paares, damit mögliche organische Störungen entdeckt werden können. In der Regel dauert die alternativmedizinische Behandlung einige Monate. „Zu schnell sollte man sich jedenfalls keinen Erfolg erwarten“, betont Univ.-Prof. Harald Zeisler von der Wiener Uniklinik für Frauenheilkunde. Stellt sich aber nach einem Jahr keine Schwangerschaft ein, sollte man doch eher an eine künstliche Befruchtung denken.
Warum die Akupunktur die Fruchtbarkeit fördert, kann Zeisler selbst nicht genau erklären. „Wir müssen noch herausfinden, welche Mechanismen beeinflusst werden.“ Nicht zuletzt diesem Zweck dient auch ein Forschungsprojekt an der MedUni Wien.
November 26, 2007 at 11:34 pm |
[...] Hopewith IVF Blog schreibt das Akupunktur auch unterstützend zur Schulmedizin sehr erfolgreich eingesetzt [...]